Gedichte

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Ferdinand Frankl

 

2016

 

Finde ich eines Tages durch den Dreck,

auf einem blühenden Feld mich selbst,

versuche ich das nicht zu verbaun,

eines Tages wirst du Dich zu mir trauen,

nehme ich meinen Mut zusammen,

starte etwas von dem ich denk, ist Hammer.

 

Werden die Fragen dadurch schwieriger,

der Kopf sucht sie schwindend lösen,

nagt an mir zum Gruß mir als verlierer

kaputter Geist allein kann nicht trösten,

denke am Ende geiselt ich wenig besser,

langer Zeit nacht vom Grund auf fester.

 

 

Bist in Freimann?

 

Nutella! 850 BieBie rechts der Autobahn,

die schönste Zeit am Abend Zug und Panzer,

denk dran Jugend auf dem Parkplatz stand

wie damals im Korso der roten Laster,

Säcke der Zentrale, in LA, links endlich Land,

im geschliffenen Glanz im Eck der Zaster,

Gläser und Kanonen, Wagen und Lampenhand,

Marke folgt der schlechten Spur am Pflaster,

 

 

Humanismus

 

Logiks kreativitäts Wahnsinn, mit dem Pferd zur Schule, ich fahre mit meinem imaginären Fahrrad nach Sansibar. Der Karina mit meinem mobilen Handy drei Stunden schreiben? Ja oder nein? Ich weiß es nicht! Ich brauche etwas zum Essen. Etwas großes. Schokoladenbecher! Ich bin so gut ich bin so geil, ich brauche jetzt mein Seelenheil. Ich brauch was zum Essen. Ich geh nach Hause. Ich weiß nicht.

(2009)

 

 

Moderne Finanzen

 

Unter dem Deckmantel der Doppelmoral,

gibt es der Eine aus und der Andere zahlt,

mit gegenseitiger Verachtung gestraft,

heben sie ab was auf ihrem Konto parkt,

und schaffen die Gemeinschaft ab,

Die einen kaufen Steine stellen Beine,

die anderen Scheiben gehn über Leichen,

korrupt und korrumpiert stolpern übers Ziel.

 

Seit dem Schock der Wirtschaftskrise,

gibt es meist Billigheimer und die Bonze,

hat ein Block noch keine Miese,

gibt er es nicht flux aus das Ganze,

gräbt im Garten und in Remise,

nach einer Idee die blüht im Glanze,

freut sich und gibt mit der Devise,

Devisen kommen mit dem gewalze.

 

 

Sozialisolation

 

Der soziale Aufwand steigt mit seinen Teilnehmern,

ich scheue ihn und weiß nicht woran ich daran bin,

ich beneide die Menschen die ihn stetig betreiben,

bremst es sozialen Aufstieg überträf ihn bei weiten.

 

Die bloße Intuition treibt mit ihren Handelnden,

ich distanziere mich dadurch nicht vom anderen,

ich mag sie und weiß ihren Sinn zu schätzen,

beschleunigt das Zählen zu den Verwehrten.

 

Segen

 

Ich gebe mich hin und akzeptiere,

eine Chance auch wenn ich verliere,

vielleicht nur mein Gesicht

vielleicht mein Lebenslicht,

 

ich gebe nicht auf und resigniere,

kein Vertun ich triumphiere,

vielleicht schafft es Gutem Raum,

vielleicht nur im meinem Traum,

 

Ich gebe nicht Ruhe und konstatiere,

eine Verleumdung ich ignoriere,

vielleicht nur eine Illusion,

vielleicht meine Reaktion.

 

 

Die Mitte

 

Der schnellste Weg in die Isolation,

ist die Begegnung mit dem Sadismus,

und dem Gutmenschentum.

Ändere Dich und ändere die Welt,

das ist das was zählt im Gleichgewicht.

 

Die Macht entsteht aus der Gelichgültigkeit,

der Knecht der sieht darin nichts schlechts

der Rechtschaffende weiß aber nicht jetzt.

 

Soll ich meine Rationalität einem gewöhnlichem

Optimierungswahn opfern,

nur um windschnittiger zu sein? Nein!

Ich brauche eher einen Plan

und es muss sich nicht alles Reimen.

 

Die Basis aus Lethargie und Geschäftigkeit,

ist es die den Mensch befreit,

ist es die den Stress und die Muse ausgleicht.

 

Lauter, lauter oder unlauter, jedenfalls berührt,

keine zwanzig mehr und deshalb agier ich,

denn umbringen will ich mich nicht,

mache es nicht zu spät noch verfrüht,

gleich ob das Timing in der Echtzeit liegt.

 

Den Aspruch auf die Praxis gerichtet,

ein schlechter Philosoph ist mir lieber,

als ein brillianter Geist im Fieber.

(2015)

 

 

 

 

Ich muss mehr machen, dann geht's mir besser.

 

Ich muss mehr machen, dann geht's mir besser.

Aber ich bin Faul.

So unendlich Faul, dass ich Mir ein Häuserl bau.

Dann richte ich mich auch noch ein,

mit Bett und Couch für mich allein.

Ohne Silbertablett reicht mir nichts,

bis Bordsteinkannte ist ein Witz.

 

Versteck mich hinterm Anspruch des Minimalen,

will nichts wagen, will nichts zahlen,

weiß zu wenig, versteck mich im Käfig,

zu drei Seiten das vertraute Raster,

zur einen Seite offen, wenn ich die Kraft hab,

draußen herrscht die Realität,

zu deren Stärken zählt, dass Liebe geht.

 

Die Vorbildfunktion für die Jungs zu akzeptieren,

ist wie Dürer aufs Handwerk zu reduzieren,

Selten nehm ich die Zeit zum Hinterfragen wahr,

nehm sie mir zwar, doch ruhe nur und stelle dar.

Ich hab nicht den Eifer, den Schluss zu fassen,

hab keine zeit zu lassen, ich muss mehr machen!

(2015)

 

 

Ich muss mehr machen, dann geht's mir besser. Reunion,

 

Meine Angst vor Frauen ist der einzige Weg

zu etwas Produktivität,

zwar hält es mich manchmal auf,

doch nützt es mir auch,

mehr als es mich kostet,

zu tun als ob ich ein Schmock bin,

denn ich bin wirklich Faul,

die Zeit für mich ist mein Chagall,

kostbar und nicht zu versichern,

so kannst du doch für andere kichern.

Und doch bin ich kein Eisklotz,

wenn Fassade und Professionalität dahinfloss,

 

Meine Angst vor Freundschaft entsteht,

aus meiner Individualität,

mal sind sie zu groß und stark,

oder nichts gemein das labt,

Der Ist Zustand ist so schlimm,

ich wäre ein Bettler wenn ich ihn annehm,

und bliebe weiter klein,

bis ichs schaff ganz allein,

dann geb ich mich ganz groß,

lass euch teilhaben an meinem Moos,

lass mir in die Haare Flechten wachsen,

und den großen Max raus lassen.

 

Meine Angst vor Geld kommt aus der Seele,

hab ich mehr denk ich dass ich stehle,

mit mehr muss ich länger Planen, mehr erwarten,

auch ein Konto oder Spenden ohne Eigennutz,

verschwenden Freiheit und belasten unbewusst,

finanzielle Unabhängigkeit schürt Statusneid,

bringt die falsche Intention in die Gemeinsamkeit,

dem guten Leben tut das keinen Abbruch,

den Hummer ohne Verachtung ess ich doch,

und auch ein Haus und einen Wagen,

ohne Prinzipien reicht das nur zum überleben,

du kannst den Kuckuck dem Schnösel kleben.

(2015)

 

 

Faire la contemplation

 

Du meinst es ernst, ich mache Kontemplation

du glaubst es zu schaffen, ich vielleicht schon,

du bleibst gemein, ich setze Prioritäten,

du glaubst so zu sein, ich auf jeden.

 

Du denkst es erwachsen, ich mache Spaß

du bist aggressiv, ich begründet das passt,

du bleibst egoman, ich lebe exzentrik,

du willst so sein, ich bleibe gelenkig.

 

Du bist ein Rädchen, ich eine Sterpentin,

du hast deinesgeleichen, ich reagiere dahin,

du hast deine Führer, ich meine Gelehrten,

du hast eine Funktion, ich lasse das Werten.

(2015)

 

 

Der Michel

 

Den gesellschaftlichen Schutz kann ich gebrauchen,

er macht mich nicht lahm, er lässt mich in ihr laufen.

Eines Tages werde ich weise genug sein,

und stelle mich an die Weichen

um mich viele Male zu entscheiden,

soll ich bleiben oder etwas erreichen.

 

Ich hab viel zurückzugeben und das wird Ende haben,

vorübergehend war das meine Hauptaufgabe,

doch jetzt stellt sich die Frage nach mir, nach meinem Wesen,

will ich wieder mehr, weil das allein nicht das Leben ist,

werd ich mehr Lesen und werd schnöde selbstgefällig,

oder schlimmer noch gefällig und ein Sympat.

 

Der Michel stört mich nicht, nur der Michel im verborgenen,

Habgierig, frigide und auf der Suche nach den Vorteilen,

sein Glück über alles stellend und nicht am Spiel teilnehmend,

will er doch nur den Brösel aus dem Brotkorb am Tisch,

rättisch nicht vor Verrat an hart arbeitenden Sklaven erhaben,

hält er ihn hoch denn was kann der nächste Depp schon erwarten.

 

Wenn ich nicht ehrlich bin dann aus Rücksicht und Not,

nicht aus Neid, Charakterschwäche und dem Frust.

Doch kleiner ist er nicht und weniger zerstörend,

er hat nur keine Ahnung im Gegensatz zum Mensch,

in den Wehen um einen guten Gedanken liegend,

sogar kämpfend um ihr Leben oder darum flehend.

(2015)

 

Wer hat angst vorm Ruhepuls?

 

Wer hat angst vorm Ruhepuls? Atme tief durch!

Ich habe keinen Zugang zu akut geistig Kranken,

manchmal frage ich mich,

ist eine verschwendete Jugend das einzig Wahre,

dann leg ich mich in mein Nest,

aus Stacheldraht und Asbest.

 

So drehe ich den Schaft auf den Kugelschreiber,

seit die Werkstätte mich rausschmiss als Gewerkschaftstreiber,

den Mindestlohn zahlt mir keiner.

 

Meine Facetten wurden dermaßen rundgeschliffen,

aber gegen den Normalo bin ich ein Drilling.

Ich weiß gar nicht wie das geht so langweilig vom Geist zu sein.

Ich hab soviel Gutes und Schlechtes durchgemacht,

das nicht zu zeigen ist was?

Ich denke ich muss das zeigen, auf eine wenig arschige weise.

 

Deren inkonsequenter Neid, mein mangelnder Schneid

aber auch das Gönnen können, die Verantwortungslosigkeit.

Egal, es ist doch nur Bitterkeit.

Ob subversiv oder kommuniziert, welches Gut gewinnt?

(2015)

 

Anti-Lifehack

 

Ruhig und entspannt die Atmung bewusst,

müdes Missfallen wenn die Zuckung dich trifft,

dass dir nie die Hand ausrutscht,

doch nicht extrem als Pazifist,

nicht wehrlos neues Leid ertragend,

hast du den weg des Lebens eingeschlagen.

 

Dir selbst sei einzige Voraussetzung,

kein Nachtragen mehr in deinem Sinn,

Nur der Fluss allein ist nichts allein,

Mit Muse zwar in richtigem Gemüt,

doch auch das Schaffen hat Vorhinein,

Konsequenz ist mitbestimmt.

(2015)